Ich fand es schon als kleines Mädchen toll, meine Freundinnen, mich und manchmal auch meinen armen geduldigen Hund zu verkleiden, „schön“ zu machen und dann Fotos mit der Polaroid Sofortbildkamera von ihnen zu schießen, die mir meine Uroma zu Weihnachten geschenkt hatte.
Leider existiert davon heute nur noch ein vergilbtes Foto, auf dem meine Hündin mit einem roten Halstuch und einer Baskenmütze in der Schnauze zu sehen ist....wir hatten kurz zuvor Urlaub in Südfrankreich gemacht.
Heute ist die Sofortbildkamera einer Canon 6D gewichen und meine Haustiere verkleide ich nicht mehr. Das wäre bei dem Temperament von meinem Hund Filou und den scharfen Krallen meiner Katze Fridi auch nicht mehr möglich.
Aber ich habe immer noch einen wachsenden Kostümfundus, aus dem sich meine Studiobesucher bedienen können, wenn sie bei einem Shooting etwas vergessen haben. Anstatt der Gardinenröcke und dem rosa gefärbten Kommunionskleid aus meiner Jugend in den 80gern, biete ich heute hochwertige Gothikoutfits, Rockabella-Kleider, romantische Corsagen und ein wenig Fetischgarderobe an.
Meisten rollen meine Gäste aber ihren eigenen Koffer voller Klamotten in mein Studio, und nach der Outfit-Sichtung sieht dann mein Empfangsraum jedesmal wie ein Dessous- oder Fetisch-Shop nach einer polizeilichen Hausdurchsuchung aus.
Ich mache aber selbstverständlich auch ganz normale „harmlose“ Porträtfotografie, aber ein schönes Themen-Shooting mit originellen und ausgefallenen Klamotten ist mir einfach lieber.
Besonders häufig fotografiere ich Frauen, Männer und Paare in Dessous, Erotik-Outfits und Fetischbekleidung.
Inzwischen gibt es eine wachsende Szene von hedonistischen Freigeistern, die sich in sehr exklusiven Swingerclubs, auf Partys und Veranstaltungen mit den Begriffen „kinky“ oder „bizarr“ im Titel, herumtreiben.
Dort herrscht ein strikter Dresscode, der auf den Seiten der Veranstalter mit Begriffen wie z.B. Lack, Latex, Leder, Uniform, Burlesque etc. angegeben wird.
Die entsprechenden Klamotten sind nicht gerade billig, aber wirklich ausgefallen und schön zu fotografieren. Und immer mehr Szeneleute entschließen sich dazu, sich mitsamt ihren exklusiven Outfits bei einem Fotografen für die Ewigkeit ablichten zu lassen.
Mein eigenes Fotostudio, das aus mehreren möblierten und dekorierten Sets besteht, aber natürlich auch eine Hohlkehle mit schwarzen oder weißen Hintergrund hat, habe ich passend zu meinen Aufnahmebereichen eingerichtet.
So dass ich dort in einem goldenen, einem silbernen, einem weiß goldenen Raum und einer ehemaligen Werkstatt die optimalen Szenerien für die „Verkleidungs-Fotosessions“  der Gegenwart geschaffen habe. 
(Übrigens alles höchstpersönlich mit Pinsel, Schwämmen, Spachteln und Unmengen an Metalleffektfarbe. Ich durfte nämlich in den 80gern nicht meine popelgrüne Kinderzimmerschrankwand farbig umgestalten. Davon habe ich solch ein Trauma, dass ich jetzt nur noch Möbel habe, die ich selber aufgearbeitet und bemalt habe. Aber das nur am Rande.)
Die Räume und die Werkstatt sind mit einem Mix aus selbst gestalteten Chippendale- /Barock- /Shabby Chic Möbeln und passenden Wohnaccessoires eingerichtet, mit einem romantischen Metallbett, jeder Menge kleiner Sofas, Stühlen und Sesseln - alles
ideal für Boudoir- und Fetisch- Fotografie.
Für Letzteres habe ich auch die passenden BDSM Accessoires, falls eine Domina mal wieder ihre Peitsche vergessen hat.
Viel Spaß beim Gucken in meinem Portfolio.

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